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Wie lagere ich meine Kaffee­bohnen richtig?

Wohin mit den neuen Kaffeebohnen? Wir zeigen es dir!

Vom:
30/12/2020
Lagerung
Lesezeit:
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 Min.
Icons verschiedener Kaffeemaschinen

Kennt ihr das: Ihr kommt gerade vom Kaffeebohnenverkäufer eures Vertrauens, das Röstdatum des erworbenen Kaffees ist genau der Tag des Kaufs, ihr brüht euch eine frische Tasse auf und der Kaffee schmeckt nach Brot? Wie ihr das verhindert und weitere nützliche Fakten über Frische und Lagerung von Kaffeebohnen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Im Prinzip gibt es ein paar einfache Grundregeln. Fürs Erste: Lagert euren Kaffee trocken, vor Licht geschützt sowie kühl (also Zimmertemperatur) und nehmt keinen mega frisch gerösteten Kaffee. Das klingt doch easy, oder?! Aber natürlich gibt es da noch vieeeeel mehr zu erzählen. Fangen wir bei der Frische von Kaffeebohnen an.

Je frischer, desto besser. Oder?

Kaffeebohnen durchlaufen nach dem Rösten verschiedene Prozesse. Sie reifen. Sie altern. Und irgendwann verfallen sie auch. Das heißt, ihr müsst genau den Zeitraum erwischen, in dem der Kaffee die richtigen und leckeren Aromen entfaltet. Und das ist nicht unbedingt direkt nach dem Rösten.

Es ist kein absolutes No-Go. Mit einigen Kaffees könnt ihr das sogar machen und sie schmecken trotzdem gut. Aber Kaffee ist nun mal ein semifrisches Produkt und in den meisten Fällen müssen erst einige ungewollte Aromen entweichen, die brotig oder herb schmecken. Das ist auch einer der Gründe, warum es dieses Ventil in der Packung gibt. Der Kaffee muss abgasen.

Aber nicht nur wegen der Aromen sollten Kaffeebohnen nicht direkt nach dem Rösten genutzt werden. Die Bohnen enthalten Kohlenstoffdioxid und beim Aufbrühen entweicht dieses. Je mehr Kohlenstoffdioxid, desto mehr Gas entweicht während des Aufbrühens, desto weniger Kontakt ist zwischen Kaffeemehl und Wasser, desto schwächer ist die Extraktion uuuund desto wässriger und flacher schmeckt das fertige Getränk.

Der perfekte Zeitpunkt für die Zubereitung und das richtige Alter eurer Bohnen hängt davon ab, ob der Kaffee dunkel oder hell geröstet wurde.

Erstgenannte halten sich etwas länger als hell geröstete Bohnen. Dafür brauchen dunkle Bohnen wiederum auch etwas länger, um konsumierbar zu sein. Helle Bohnen könnt ihr nach 10 bis 14 Tagen nach der Röstung nutzen, dunkle vertragen auch mal vier Wochen Lagerung. Aber nach rund drei Monaten ist der Zauber vorbei.

Lagert der Kaffee längere Zeit, gast er immer weiter und weiter ab – er altert. Alter… Abgasen… Klingt witzig, ist aber wichtig. Denn wenn die Bohnen zu lange abgasen, verlieren sie auch ihre leckeren Aromen und der Kaffee schmeckt nur noch fad. Ein entscheidender Einfluss auf den Reifungs- und Alterungsprozess ist also die Lagerung der Bohnen.

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Wo und wie aufbewahren?

Kennt ihr noch diese Kaffeedosen von damals? Voll retro! Die solltet ihr nicht nutzen :-D. Sie sind leider nicht so sehr zur Aufbewahrung von Kaffeebohnen geeignet. Setzt bei der Lagerung lieber weniger auf fancy schmancy und eher etwas Praktisches. Und am praktischsten ist es, die Bohnen einfach in ihrer Packung (mit Aromaventil) zu lassen. So kann der Kaffee abgasen, ohne dass Sauerstoff in die Verpackung gerät.

Das Gas entweicht jedoch nicht nur, sondern legt sich auch schützend auf die Kaffeebohnen. Auf diese Weise kommt erst recht kein Sauerstoff an die Bohnen heran. Somit werden auch nicht die in den Bohnen enthaltenen Fette ranzig, was für einen unappetitlichen Kaffee sorgen würde.

Aus diesem Grund ist auch die Lagerung des Kaffee in der Mühle, oben im Bean Hopper, nur bedingt ratsam. Das Gas kann hier meistens nach unten entweichen. Der Schutzmechanismus wirkt dann nicht.

Das Kohlenstoffdioxid hat also eine wichtige Funktion bei der Lagerung. Danke dir, liebes CO2. Um den Schutz nicht zu zerstören, solltet ihr den Kaffee wenig bewegen und vorzugsweise stehend lagern. Und dann eben dazu noch an einem lichtgeschützten Ort, der nicht zu warm ist. Denn Licht und Wärme beschleunigen den Alterungsprozess.

An dieser Stelle werden einige von euch denken “Keine Wärme? Kein Licht? Ab in den Kühlschrank!” Kaffeenerds erwidern “HALT! STOPP!

Gefrieren geht über Studieren.

Klar, Kühlung dient allgemein ja dazu, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Und Kaffeebohnen sollten auch kühl gelagert werden. Warum also nicht die Kaffeebohnen in den Kühlschrank packen?

Weil Kaffee Feuchtigkeit magisch anzieht. Und er nimmt unglaublich gern fremde Aromen auf. Wenn ihr ihn nun in den Kühlschrank packt, habt ihr vielleicht einen muffigen, nach Salami schmeckenden Kaffee. Und das will doch keiner, oder? Salamikaffee, anybody?! Nope!

Und was ist, wenn man noch ein paar Grad kälter denkt und die Bohnen zum Kryoschlaf in das Tiefkühlfach schickt? Das wird bei vielen Kaffeenerds tatsächlich gemacht. Jedoch sollte ihr nicht einfach die Bohnen samt Verpackung frosten. Sonst bildet sich beim Auftauen Kondenswasser, was sich dann auch wieder auf die Bohne und dementsprechend auf die Aromen auswirken kann.

Wer Kaffeebohnen einfriert, sollte das portionsweise machen, am besten vakuumiert und somit luftdicht. Wenn ihr sie dann aus dem Tiefkühlfach nehmt, lasst sie erstmal noch eingepackt und keine Luft daran, bis sie dann aufgetaut sind. Uuuuund: Nicht nochmal einfrieren.

BAM! Das Fazit.

Wie ihr euren Kaffee lagert und wann ihr ihn trinkt, hängt also von den Einflussfaktoren auf die Bohne selbst ab: Luft, Feuchtigkeit, Licht und die Zeit. Zu viel Luft: Die Bohnen altern schneller und die Fette werden ranzig. Zu viel Feuchtigkeit: Bohnen altern schneller und verderben bzw. nehmen sie schnell fremde Aromen auf. Zu viel Zeit: Der Kaffee verliert seine Aromen und schmeckt nicht mehr. Zu wenig Zeit: Der Kaffee kann brotig oder harsch schmecken und hat noch zu viele ungewollte Aromen.

Lasst wie gesagt den Kaffee in der Verpackung und stellt ihn in einen Schrank, in dem auch nichts steht, wovon der Kaffee Aromen aufnehmen könnte, wie Gewürze oder so. Falls ihr denkt, dass Verpackungen zu langweilig sind (wobei KRÖM-Verpackungen doch echt stylisch sind 🙂 ), dann könnt ihr natürlich auch Kaffeedosen nehmen. Diese sollten dann aber ein Aromaventil haben, damit der Kaffee abgasen kann.

Also. Lasst eure Kaffeebohnen nicht zu lange stehen, aber auch nicht kurz. Findet den Sweetspot, wo es euch am besten schmeckt. Probiert. Experimentiert. Do it!

Thomas West

Thomas West

Ich bin Thomas, in der Werbung tätig, schräger Coffee Addict, überzeugter Chemex-Liebhaber, Specialty Coffee Jünger und Ohne-Kaffee-geht-nichts-Rocker.